Suizid ist keine Seltenheit

In Deutschland sterben jedes Jahr knapp über 9.000 Menschen durch Suizid, das heißt es nehmen sich pro Tag durchschnittlich ca. 30 Menschen das Leben (Angaben laut WHO). Zum Vergleich: An einem Verkehrsunfall sterben in Deutschland jährlich etwa 3.000 Menschen. Im Schnitt werden hierbei sechs Familienmitglieder hinterlassen. Somit gibt es jedes Jahr deutschlandweit ca. 60.000 neue, direkt betroffene Suizidhinterbliebene. Wenn man den erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis betrachtet, ist die Zahl nochmals deutlich höher - geschätzt wird bis zu 24 Personen.

Seit Mitte der 1980er Jahre bis Anfang der 2000er hat sich die Suizidzahl in Deutschland deutlich reduziert. Im Jahr 1991 wurden ca. 14.000 Suizide in Deutschland registriert. Bis 2004 sank die Zahl auf ca. 10.700. Von 2004 bis 2016 blieb es bis auf wenige Abweichungen bei jeweils ca. 10.000 Suiziden pro Jahr. In den Folgejahren pendelte sich die Zahl auf knapp über 9.000 ein und blieb seither relativ stabil.

Das Verhältnis von Männern und Frauen, die Suizid begehen, ist relativ konstant bei ¾ / ¼. Im Jahr 2020 nahmen sich in Deutschland ca. 7.000 Männer und 2.500 Frauen das Leben. Die Suizidrate ist bei Männern aus verschiedenen Gründen durchgängig deutlich höher als bei Frauen.

Den Rückgang der Suizide in den 1980er, 1990er und im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends kann man einem besseren Wissen um die Suizidalität zuschreiben. Unser Wissen zu dieser Thematik hat sich deutlich erhöht, Ärzte und andere Ansprechpartner für Suizidprävention erhalten spezielle Fort- und Weiterbildungen und die Depressionsbehandlung hat sich verbessert.

Außerdem gibt es mittlerweile wesentlich mehr Einrichtungen im Bereich der Krisenintervention und der Suizidprävention (z.B. Telefonseelsorge).